Im Februar sieht es noch sehr kahl aus; man denkt unwillkürlich: ist hier noch viel Platz…

…so viel Rasen, die Rosen werden ganz verloren darauf wirken. Gleich vorweg: so etwas ist sehr trügerisch! Am Ende des Jahres werde ich mich bang fragen, ob ich noch die Hälfte von dem unterbringen kann auf der Fläche, was schon jetzt noch nötig erscheint..

Mitte Mai kann man schon von weitem erahnen, daß die ersten schon länger stehenden Rosen mal richtige Sträucher werden wollen.

Auch die Zäune, die die Spaziergänger einmal als Blütenwand erfreuen sollen, geben sich schon Mühe.

Kleiner Überblick über den Mittelteil der Anlage, die Vergleichsbeete.

Hier eine kleine Sünde: ich hatte schon längere Zeit nach einem Platz im Garten gesucht der eigentlich sonnig, aber über Mittag schattig ist. Man ahnt, daß ich einen Platz brauchte für die dunklen schwarzroten Rosen, die so oft in der Mittagssonne verbrennen.
Nun habe ich ihn gefunden im Rosenpark und pflanzte alle meine Rosen in dieser Farbe dort hin. Und besorgte mir natürlich noch diese oder jene aus dem Farbspektrum dazu. Wie es eben immer so geht…
Sünde? Warum? Nun, ziemlich dumme Frage! Hat man nämlich erst einmal eine ganze Menge von Rosen eines bestimmten Spektrums dicht beisammenstehen, so kommt das Vergleichen ganz von selbst. So etwas kann einen regelrecht verfolgen, zur Obsession werden.
Jedenfalls habe ich dann meinen Vorsatz: keine Stauden im Rosenpark! Das wird zu pflegeintensiv! gebrochen, um für mich klarzustellen: das hier ist zur Zierde da, hier geht es nicht um Vergleichsarbeit ;-).
Aber mit der Bepflanzung hatte ich in kleineren Beeten im heimischen Garten schon experimentiert und habe es sehr genossen, es hier großflächig anlegen zu können:
dunkelrote und weiße Rosen, rotlaubige Stauden, graulaubige Stauden, blaugraue Gräser.

Hier die ersten Tage der Blüte in den Alba-Beeten.
Im Vordergrund die hängenden, liegenden „Noisettes-Albas“ (Mme Plantier, Armide, manch falsche Mme Hardy und manch falsche Mme Legras de St. Germain, alles dieselben Rosen übrigens), denen ich persönlich gern alles alböse absprechen würde. Denn weder Wuchsform noch Laubfarbe noch Stacheln noch sonst etwas haben sie mit den „normalen“ Albas gemein.
Schön sind sie natürlich dennoch!

Und hier meine liebsten Vergleichsbeete, hier noch sehr neu: die dunklen Alten Rosen im Sommer 08. Schon jetzt (im Frühjahr 09) hat sich die Zahl der „Teilnehmer“ in dieser Gruppe und die Zahl der Beete erheblich vermehrt und ich bin völlig gespannt.
Hier im Beetvordergrund zu sehen „Prince Frédéric“ und „Cora“.

Die Abtrennung zwischen dem Schaugarten mit den Vergleichsbeeten und dem Arbeitsbereich und der Vermehrung, ein Rambler-Sichtschutzzaun.
Bei den Besuchern war dieser Zaun eigentlich die Attraktion im Jahre 08.
Jetzt, im Frühjahr 09 muß ich berichten: dieser bei uns sehr sehr harte Winter mit Tiefsttemperaturen um minus 28 Grad am Boden hat fast alle Kletterrosen und Rambler bis zum Boden erfrieren lassen und in diesem Jahr wird es keine Blüte geben.
Darüber werden mich auch nicht die Erkenntnisse zur Frosthärte hinwegtrösten, da bin ich jetzt schon sicher!

Ein paar Blicke durch den Sichtschutzzaun hindurch, hier zu den Gallicas in den vorderen Beeten und den Moosrosen weiter hinten.

Und über die Gallicas hinweg zu den Vergleichsbeeten.

Und noch einmal über Violet Fire zu Gallicas und Moosrosen.

Dieses Beet vorn am Eingang, parallel zum Bürgertalsweg, sollte für Portlandrosen vorbehalten werden. Nun aber ist es, nach der Erkenntnis, wie wenige es davon letztendlich wirklich (noch) gibt, auch ein Auffangbeet für viele Einmalblühende, oft auch Fundrosen, die im rosa Farbspektrum liegen, aber weder Alba noch Gallica, Damaszena oder Centifolie sind: einmalblühende Remontantrosen oder einmalblühende Bourbonrosen, oft auch Bengalhybriden genannt, was alles lediglich Sammelkategorien sind, keine genau oder wenigstens hinlänglich zu beschreibenden Klassen.
Im Vordergrund das hintere Ende der Kleinvergleiche Rose de Resht, hier mit angeblichen „Pergolese“ aus verschiedenen Herkünften, die aber bisher noch mit Rose de Resht identisch zu sein scheinen.

Und das gleiche Beet von der anderen Seite, hier der Vergleich Rose de Resht mit verschiedenen Fundrosen – auch bisher alles identisch!

Mitte Juni blüht alles sehr schön – die Angst wächst, daß zum Tag des Offenen Gartens am 22. Juni das meiste verblüht sein wird, denn ein Tag ist so schön heiß wie der andere…

Hier sieht man einmal in der Bildmitte den dritten offiziellen Vergleich, die gestreiften Alten Rosen; auf der linken Seite die Beete sind es, während die auf der rechten Seite bzw. hinten die dunklen Rosen beherbergen.
Leider war meine Einschätzung, wie viel Platz für beide Vergleiche notwendig sein würde, falsch. Beide Gruppen benötigen etwa das Doppelte an Platz bzw. Beetfläche wie hier zu sehen ist. Der Herbst hat uns also eine große Umpflanz- und Verschiebeaktion beschert.

Noch einmal der mittlere Vergleichsbereich, vor allem die „Richtigen“, also die weißen Albas. Bis auf die schon genannten „Noisette-Albas“ sind es grob die Albas von Semiplena über die halbgefüllten bis zu den „Maximas“, den voll gefüllten weißen Alba-Rosen. Übrigens bestätigen Genuntersuchungen meine Einteilung hier nach dem Phänotyp, den sichtbaren Merkmalen: sie alle (bis auf die triploiden Noisettes…) sind hexaploid! Das unterscheidet diese Albas übrigens von allen anderen Alten Gartenrosenklassen wie Centifolien, die meisten rosafarbenen Albas, Gallicas und Damaszenerrosen: sie alle sind tetraploid!