In vielen Bereichen müssen wir im Vergleich feststellen, daß Rosen unter verschiedenen Namen identisch sind und es deshalb erheblich weniger Rosen des untersuchten Bereiches gibt als man nach dem Zusammentragen anhand von Namen und Beschreibungen erwarten oder erhoffen würde.

Dieses ist einer der seltenen Fälle, in denen man eine unterschiedliche Rose entdeckt, die so nicht im Handel oder in den Sammlungen existiert.
Es geht hier um zwei Fundrosen aus dem Norden Deutschlands, eine aus Mecklenburg-Vorpommern, eine aus Schleswig-Holstein, welche ich zunächst für Centifolia Variegata hielt, weil sie in den Merkmalen wie Stacheln, Laub, Höhe etc. mit der Centifolia Variegata übereinstimmt.
Aber, wie schon in Schleswig-Holstein entdeckt wurde, unterscheidet sie sich doch von der „normalen“ Form.

Von der Fundrose aus SH, die mir mit Namen „Centifolia Variegata mit Chlorose“ übergeben wurde, heißt es, daß sie (bei Rosenkennern eben auch unter dieser Bezeichnung) oft über den Zaun weitergereicht wurde und wird.
Hier sind tatsächlich die Blätter leicht chlorotisch, ich habe sie aber auch schon mit virös anmutenden gelbgrünen Flecken gesehen, ebenso die Rose aus Mecklenburg-Vorpommern. Ich vermute ja, wie bei den Alba-Fundrosen mit solchen Merkmalen, daß man hier noch den (ansonsten offensichtlich ungefährlichen )Virus entdecken kann, der für die Mutation zu einer gestreiften Rose sorgt.

Aber, im Vergleich stehend, zeigte sich dann, daß es noch ein weiteres, diesmal dekorativeres, Unterscheidungsmerkmal gibt: im Gegensatz zur „normalen“ C. V. sind hier die Blüten dunkler. Bei genauer Beobachtung sieht man, daß die Grundfarbe der Blüten ein mittleres Rosa ist, auf dem die „Streifen“ heller rosa bis nahezu weiß auftreten, während es bei der Centifolia Variegata eher hellrosa weißer Untergrund mit dunkleren Streifen sind.
Bei diesen beiden Rosen kann es zeitweilig zu beinahe reinrosa Blüten kommen, vor allem bei der Betrachtung von Weitem.